Rechtliche Rahmenbedingungen von UC – wichtig, aber kein Hindernis

Die Planungen und die Umsetzung eines Konzeptes für Unified Communications (UC) bergen vielfältiges Potential die innerbetrieblichen Abläufe zu verschlanken, Effizienzgewinne zu realisieren und die Produktivität gemeinschaftlicher Arbeitsabläufe zu erhöhen. Doch den hohen Chancen der Einführung von UC-Lösungen in einem Unternehmen steht eine Anzahl neuartiger rechtlicher Anforderungen gegenüber. Diese müssen bei sorgfältiger Planung die Realisierung eines UC-Konzeptes nicht zwangsläufig behindern. Jedoch sind diese Aspekte nicht vollkommen außen vor zu lassen und verdienen im Vorfeld sowie während der konsequenten Umsetzung besonderer Aufmerksamkeit. Rechtsanwalt Wilfried Reiners* sieht entsprechenden Handlungsbedarf in den Bereichen der Datensicherheit, des Arbeitsrechts, der Haftung sowie des Strafrechts.

Schutz der Daten

Sicherlich birgt eine UC-Lösung prinzipiell die Gefahr des Verlustes der Datensicherheit der Unternehmung im Gegensatz zu einem rein On-Site betriebenen Firmennetzwerk. Dies ist tatsächlich jedoch nur augenscheinlich bzw. bei unprofessionell durchgeführter Umsetzung der Fall. Um vollständige UC-Sicherheit zu gewährleisten müssen sowohl durch technische Vorkehrungen wie adäquate Verschlüsselung der Zugriff von Fremdcomputern auf die Kommunikationskanäle des Unternehmens verhindert werden. Ebenso müssen Schritte zur Sicherung gegen die Entwendung oder den Verlust von mobilen Endgeräten (bspw. Smartphones oder Laptops) unternommen werden, die Teil des Unternehmensnetzes sind.

Schutz der Mitarbeiter

Vor arbeitsrechtlichem Hintergrund ist zu berücksichtigen, dass eine bessere Erreichbarkeit aller Mitarbeiter mithilfe eines umfassenden UC-Konzeptes zwar die Arbeitsproduktivität erhöht, dies jedoch nicht verhindern darf, dass Mitarbeitern wichtige Erholungsphasen außerhalb der regulären Arbeitsphasen genommen werden. Daher sind klare Regelungen in Bezug auf Arbeitszeiten und dem Umgang mit neuartigen Kommunikationsmitteln auf allen Ebenen zu beschließen und einzuhalten.

Schutz des Managements

Die im Unternehmensrecht geregelten Vorschriften zur Managerhaftung umfassen insbesondere auch solche Verstöße, die unter Missachtung der Kaufmannspflichten zustande kommen. Konkret kann dies als bspw. bedeuten, dass Verantwortliche bei Schädigung des Betriebs, die Pflichtverletzungen entstanden sind, persönlich in Regress genommen werden können. Von hoher Relevanz ist die Kontrolle und Absicherung auf Managerseite, die bei einer UC-Einführung in Bezug auf die technischen, organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen erfolgen muss. Entsprechend müssen erforderliche Maßnahmen seitens der Entscheider ergriffen werden.

Ebenso betrifft das Management Aspekte des Strafrechts, da in deutschen Gesetzen Unternehmen selbst nicht verantwortlich gehalten werden können. Stattdessen droht bspw. in Fällen der Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses die Geschäftsleitung des Unternehmens zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Abschließend kann laut Reiners jedoch festgehalten werden, dass die angesprochenen, rechtlichen Risiken durch juristische Überprüfungen der konkret vorliegenden Gegebenheiten des Unternehmens und des beabsichtigten UC-Konzeptes ohne großen Aufwand minimiert werden können. Somit stünden diese einer Umsetzung vielversprechender UC-Lösungen nicht im Wege.

* RA Wilfried Reiners, MBA, ist Managing-Partner bei PRW Rechtsanwälte in München, Bezug nehmend auf seinen Artikel „Auf der (rechts-)sicheren Seite“ im IT Director Special 11/2009, S. 12-13, Medienhaus Verlag GmbH, Bergisch Gladbach

vor 2147 Tage von in UC-Grundlagen | Folge der Unterhaltung und abonniere den RSS-Feed.
Über den Autor

Hi, ich bin Link und Mitarbeiter bei nexweaver. Ich beantworte Ihnen hier Ihre Fragen rund um die Welt des Unified Communications & Collaboration. Meistens jedoch muss ich mich Bleeps Fragen & Wünschen stellen.

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